Solare Nachbarschaftshilfe

Bürger-Solarberatung: Ehrenamtlicher Service der Stadt zieht positive Zwischenbilanz / Knapp 160 Kilowatt-Peak installiert.

Das Team der Bürgersolarberatung mit Vertretern der Stadtverwaltung. Bild: Thomas Zelinger
Das Team der Bürgersolarberatung mit Vertretern der Stadtverwaltung. Bild: Thomas Zelinger

Im Mai 2022 hat die Stadt Bensheim das Projekt Bürgersolarberatung gestartet. Das Credo: Bürger beraten und begleiten andere Bürger auf ehrenamtlicher Basis. Der kostenlose Service unterstützt bei der Auswahl und Anschaffung einer PV-Anlage. Die derzeit 18 Berater haben selbst Erfahrungen mit solchen Energiegewinnungssystemen gesammelt und bieten eine individuelle und unabhängige Begleitung im kompletten Bensheimer Stadtgebiet sowie in Lorsch, Lautertal und Zwingenberg. Das Team ist rund um den technischen Einsatz einer Photovoltaik-Anlage, den Ablauf eines Beratungsgesprächs sowie die Gesetzeslage geschult.

Bis Ende Dezember 2022 wurden bereits 38 Beratungen in Bensheim durchgeführt. Bis heute sind knapp 160 Kilowatt-Peak installiert und in Betrieb genommen. Insgesamt wurden mehr als 150 Beratungsanfragen bearbeitet und Solar-Prognosen mit einer Gesamtleistung von mehr als 1000 Kilowatt-Peak Solarertrag erstellt. Dies hätte die städtische Energieberatung allein nicht geschafft, so Steffen Giegerich vom Team Klimaschutz, Umwelt und Energie, der den Ehrenamtlern für ihr Engagement dankte.

Der Beratungsbedarf und die Nachfrage zum Thema Photovoltaik sind in Bensheim nach wie vor sehr groß, wie beim jüngsten Treffen mitgeteilt wurde. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben die Anfragen nochmals deutlich zugenommen. Die Ortsgruppe versteht sich als Multiplikator und Unterstützer der Energiewende, die eine sinnvolle und niederschwellige Ergänzung zu den bestehenden Energieberatungsangeboten in den Kommunen bieten.

Gemeinsam mit der Ersten Stadträtin und Umweltdezernentin Nicole Rauber-Jung haben sich die Berater im Sitzungssaal des Rathauses zum regelmäßigen Austausch getroffen. Auch, um das erste Jahr Revue passieren zu lassen und die Erfahrungen vor Ort zu besprechen. Damals wurden die ersten zwölf Berater in einem ersten Schritt an vier Schulungstagen mit einem fundierten Grundlagenwissen rund um den Einsatz einer Photovoltaikanlage versorgt. Der Ablauf eines Beratungsgesprächs stand dabei ebenso im Fokus wie die dynamische Gesetzeslage im Energiebereich. Durchgeführt wurde die Schulung von Metropolsolar, einem bundesweit tätigen gemeinnützigen Verein. Metropolsolar setzt sich für die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien ein und war auch Initiator des Projekts Bürgersolarberatung.

Damit war der Grundstein für die ehrenamtlichen Berater gelegt, die weiterhin von der Stadt unterstützt werden, um eine eigenständige und qualifizierte Beratung nach dem Prinzip einer solaren Nachbarschaftshilfe anzubieten. Dabei spielen auch die persönlichen Erfahrungen mit der eigenen PV-Anlage eine wichtige Rolle.

Die Motivationen der Aktiven: Man möchte ein Teil der lokalen Energiewende sein und dabei helfen, vollständig auf erneuerbare Energien umzusteigen. Einige nutzen eine Anlage bereits seit über 20 Jahren, andere speisen damit ihr Elektrofahrzeug. Den meisten geht es um Nachhaltigkeit und einen geringeren CO2-Ausstoß, der rein finanzielle Aspekt spielt meist nur eine Nebenrolle.

„Während der Beratung spielen wir sinnvolle Varianten durch und bieten mehrere Konfigurationsmöglichkeiten, was die Größe der Anlage und des möglichen Stromspeichers betrifft“, erläutert ein Berater. Die Wirtschaftlichkeit des individuellen Energiesystems im Haus ist ein zentrales Ziel. Dazu gehören auch Anschaffungskosten und eine handfeste Prognose über den zu erwartenden Ertrag. Steffen Giegerich bestätigt, dass die unabhängigen Berater bei ihren Kunden einen hohen Vertrauensvorschuss genießen, da sie nicht für ein Unternehmen oder eine Interessenvertretung unterwegs sind. Die Beratung ist transparent und ergebnisorientiert. „Wir handeln aus persönlicher Überzeugung“, so ein anderer Kollege. Der Service sei zwar kostenlos, aber alles andere als nutzlos.

Die Bürger-Solarberatung kann direkt über deren Website www.bsb-bensheim.de und die E-Mail-Adresse info@bsb-bensheim.de kontaktiert werden. Quelle: Bergsträßer Anzeiger vom 23.11.2023

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Im Mai 2022 startete die Stadt Bensheim das Projekt „Bürgersolarberatung“. Hierfür suchte das städtische Klimaschutz-Team interessierte Bürger, um eine lokale Gruppe zu gründen. Das grundlegende Ziel der Aktion: Bürgerinnen und Bürger beraten und begleiten andere Bürger auf ehrenamtlicher Basis. Die Beratung unterstützt unabhängig, kostenlos und umfassend bei der Auswahl und Anschaffung einer PV-Anlage. Im ersten Schritt bekamen die Berater im Rahmen von vier Schulungstagen Grundlagenwissen rund um den Einsatz einer Photovoltaikanlage vermittelt. Der Ablauf eines Beratungsgesprächs wurde ebenso geübt wie die Gesetzeslage aufgezeigt. Durchgeführt wurde die Schulung von Metropolsolar, einem bundesweit tätigen gemeinnützigen Verein. Metropolsolar setzt sich für die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien ein und ist Initiator des Projekts Bürgersolarberatung.

Damit war der Grundstein für die ehrenamtlich tätige Ortsgruppe Bensheim gelegt, die weiterhin von der Stadt unterstützt wird. Mit viel Wissen ausgestattet gehen jetzt neun Bürgersolarberater in die Praxis über und bieten eigenständige und qualifizierte Beratungen nach dem Prinzip der solaren Nachbarschaftshilfe an. Dabei spielen die persönlichen Erfahrungen mit der eigenen PV-Anlage eine wichtige Rolle.
„Der Beratungsbedarf und die Nachfrage rund um das Thema Photovoltaik sind in Bensheim sehr groß. Die Ortsgruppe soll dabei eine sinnvolle und niederschwellige Ergänzung zu den bestehenden Beratungsangeboten sein. Der Beratungsbedarf ist seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine enorm gestiegen. Durch die Bürgersolarberatung können wir diesen nun decken“, so Umweltdezernentin Nicole Rauber-Jung. Die Erste Stadträtin bedankte sich bei den Solar-Beratern für ihre ehrenamtliche Tätigkeit: „Mit ihrem Engagement tragen sie erheblich zur Energiewende bei. Sie sind Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die ohne finanziellen Hintergedanken die Idee der Solarenergie in die Öffentlichkeit
tragen.“ Als Motivation geben die Berater an: „Wir wollen ein Teil der lokalen Energiewende sein und dabei helfen, vollständig auf erneuerbare Energien umzusteigen. Damit wollen wir auch für unsere Kinder, Enkel und die nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt schaffen“, betonen die Berater und fahren fort: „Wir alle haben eine PV-Anlage auf dem Dach, teilweise bereits seit knapp 20 Jahren. Einige von uns fahren außerdem ein E-Auto, was die solare Nutzung zusätzlich interessant macht.“
Die persönlichen Erfahrungen sind in den Beratungsgesprächen gern verwendete Beispiele aus der Praxis. Je nach Ausstattung der Anlage kann der photovoltaische Ertrag in der Zeit von April bis Oktober ausreichend sein, um den Haushalt vollständig mit Solarenergie versorgen zu können. Sehr vielen geht es bei einer Anlage nicht nur um den finanziellen Aspekt: „In unseren Beratungsgesprächen, die wir bisher geführt haben, wurde sehr deutlich, dass die Interessierten proaktiv etwas Gutes für die Zukunft im Sinne der Nachhaltigkeit bewirken wollen“, erklären die Solar-Beraterinnen und Berater und ergänzen, dass es nach wie vor viele Bedenken zu beseitigen gebe.

Die Vorhaben würden sehr oft wegen ungeklärter Fragen oder aufgrund der Komplexität in Bezug auf die Steuererklärung nicht durchgeführt. „Hier wollen wir Licht beziehungsweise Sonne ins Dunkel bringen. Insgesamt planen wir pro Beratung drei Termine ein. Während der Beratung spielen wir sinnvolle Varianten durch – Konfigurationsmöglichkeiten, was die Größe der Anlage und des möglichen Stromspeichers betrifft.“ Bisher wurden 38 Beratungen durchgeführt, welche ein Potenzial von rund 300 kWp (Kilowatt-Peak) haben. „Das ist ein beachtlicher Start“, merkt Rauber-Jung an. ps Ab sofort können die Bürgersolar-Berater direkt über die Website und die E-Mail-Adresse im Impressum kontaktiert werden.